Kinderspiele

„Kinderspiele“
nach „Schwestern“ von Theo Fransz
und „Sandkasten“ von Michal Walczak
Regie: Janusz Cichocki
Choreografie: Dzidek Starczynowski
Lichtdesign: Holger Klede
Licht: Max Multhaup
Ton: Bianca Ierullo
Fotos: Stefan Dybowski
Rechte: Theaterstückverlag; Michał Walczak

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Mit dem Titel „Kinderspiele“ werden zwei Einakter „Schwestern“ des niederländischen Autor Theo Fransz und „Sandkasten“ des polnischen Autors Michał Walczak inhaltlich und inszenatorisch verbunden. In beiden existentiellen Stücken handelt es sich um die Reise zum „ewigen Kind“ im Menschen, in ihm verbleiben zu wollen und doch nicht zu ihm zurückkehren zu können. Zwei Stücke getragen von der Sehnsucht nach Kontakt, Nähe, Liebe mit den nächsten Menschen. Nur: die Wirklichkeit ist oft zu mächtig - der Mensch scheint ausgeliefert der Realität und Zeit und flieht in die Traumwelt.

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In „Schwestern“ ist der Zeitpunkt der Trennung erreicht. Mathilde und Zus müssen ihren eigenen Weg gehen. Jedes Aber wischt die Notwendigkeit weg. Das Motiv, noch einmal, ja zum letzten Mal die gemeinsamen Zweikämpfe, Sprachspiele, Erinnerungsfahrten zu durchleben, um die gemeinsame Kindheit zu kosten und der fortschreitenden, unwiderstehlichen Zeit, letztlich dem Tod im Leben zu widerstehen, führt zu existentiellen Nonsenssätzen: „Dich gibt es nicht mehr“ und dem verzweifelten illusionären Versprechen auf dem Bahnhof bzw. Signal an die Schwester in der Metapher: „Ich halte den Zug mit beiden Händen auf.“

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Im „Sandkasten“ kämpfen Franio und Mila nicht nur um Mein und Dein des Terrain, sondern um die Aufhebung des wechselseitigen Stillstandes in der Entwicklung der eigenen Existenz. Franio ist geprägt von den Medien und der Computerwelt, von „Batman“, der nur schlagen, schießen und egoman sich körperlich in seiner Isolation und beinahe nicht mehr auflösbaren Entfremdung bewegen kann; ein junger Mensch, der nur physische Energien kennt und keine menschlichen Gefühle und Empathien bis auf Bruchstücke entwickeln vermag.
Und Mila, die, frustriert, wie ein weiblicher Don Quijotte masochistisch gegen die Entfremdung von Franio ankämpft um den Preis des eigenen Stillstandes der Entwicklung. Ein Schaukampf ohne Ende, Teil der Tragik in einem selbst seine humanitären Ideale verratenden Kapitalismus. Dramatik pur hinter allen Banalitäten und Äußerlichkeiten. Der polnische Autor beschreibt indirekt die Überrumpelung und Überschwemmung der osteuropäischen Staaten mit falschen Entwicklungen in den westlichen Ländern.

Termine:
25. September 2010 - Premiere
30. Oktober 2010 - Pressepremiere
02./09./23. Oktober 2010
06./13./20./27. November 2010
4./11./18. Dezember 2010
8./15./22./29. Januar 2011
5./12. Februar 2011
jeweils 20:00 Uhr

Es spielen: Sarah Bartsch, Monika Obmalko, Anke Winkler und Christian Wanzke

 

 

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