König Ubu - Von Alfred de Jarry

 Das Projekt wird finanziert vom Ministerium für Kultur und National Erbe der Republik Polen und ist entstanden unter der Schirmherrschaft von "TVP Szczecin und "Gazeta Wyborcza". "König Ubu", ein Stück für Kinder, Narren und Wissende.
 

Ubu - das freigesetzte Ungeheuer, das im Menschen steckt

Vater Ubu ist ordinär, feige, tückisch - ein Monstrum mit gewaltiger Lust am Fressen, Rauben, Morden. Grenzenlose Menschenverachtung ist der Urgrund, aus dem er lebt. Ubu - das freigesetzte Ungeheuer, das im Menschen steckt.
 
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Deniz Ekinci als König Ubu in "König Ubu" Foto: Stefan Dybowski aus den Archiven des Teatr Studio am Salzufer.
 
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Die Studenten der Transform Schauspielschule als Ensemble in "König Ubu" Foto: Stefan Dybowski aus den Archiven des Teatr Studio am Salzufer.
 
 
Jarry überzeichnet das Böse und führt es ins Groteske, bis dorthin, wo das Grauen in Gelächter umschlägt. Ubu ein Wahrbild des Menschen. Ubu, ein großer Wanst, riesiger Einfallspinsel, lumpenhörig, dumm, schlau, feige, grausam - ein ungeschminkter Bösewicht mit einem Hasenherzen, ein gemütlicher Massenmörder, ein Pantoffelheld. Ubu ist unschuldig wie ein Kind gewissenlos aus Dummheit und von einer entwaffnenden Offenherzigkeit.
 
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Linkes Foto: Deniz Ekinci als König Ubu, Tara Sanatpour als Mutter Ubu, Katharina Scheffner als Pile und Lili Tessmer als Enemble-Aufgaben in "König Ubu"
Rechtes Foto: Deniz Ekinci als König Ubu und Philipp Rosethal als Bordure in "König Ubu" Fotos Stefan Dybowski aus den Archiven des Teatr Studio am Salzufer.
 

Die Konfrontation des jugendlichen Weltbildes

Ubu ist die Vorwegnahme und Vorhersage der Diktatoren, vor denen die Welt im 20. Jahrhundert zitterte und auch im 21. weiter zittert. Trotzdem ist bei all dem Schrecklichem Ubu hinreissend komisch, ein blutig heiterer Kinderschreck der Weltgeschichte und gewaltiger Spaßmacher. "König Ubu" wird von jungen Menschen gespielt, von denen einige im Alter des Autors sind, als er die erste Fassung von "Ubu" schrieb. Das gibt der Inszenierung ebenfalls Richtung und konkrete Impulse, unterstützt das "ewige Kind" im Schauspieler, führt die Inszenierung in Richtung: unverfälschte Naivität, Spontanität, Schlichtheit. Die Konfrontation des jugendlichen Weltbildes - Idealismus, Scharfsinn und Kompromisslosikeit - mit dem Monstrum schärft den Blick für die Tragik des menschlichen Lebens. "König Ubu" - ein naives, poetisches Stück, ganz unpsychologisch, ein Volksstück (aus dem Kasperle-Puppentheater), eine metaphysische Clownerie, Groteske, Farce.
 
 
 
 Teatr Studio am Salzufer
Alfred de Jarry 
"König Ubu"
deutsche Fassung - Ulrich Bossier
 
 
Regie/Inszenierung   ----   Janina Szarek
Dramartugie   ----   Janina Szarek / Olavmünzberg
Musik   ----   Mirosław Jastrzębski
Bühnenbild/Kostüme/Plakat   ----   Andre Putzmann
Szenische Bewegung   ----   Janina Szarek / Dzidek Starczynowski
Tonaufnahmen   ----   Mariusz Maszewski
Lichtinstallation   ----   Bartłomiej Kaczalski
Ton   ----   Karol Kaźmierczak
 
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Deniz Ekinci als König Ubu in "König Ubu" Foto: Stefan Dybowski aus den Archiven des Teatr Studio am Salzufer.
 
Es spielen die Studenten der "Transform Schauspielschule" Berlin:
 
Vater Ubu   ----   Deniz Ekinci
Mutter Ubu   ----   Tara Sanatpour
Bordure   ----   Philipp Rosenthal
König Venceslav   ----   David Kratz
Bourgrelas   ----   Pablo Grant-Zapata
Königin   ----   Agata Karpiel
Zarin   ----   Katharina Oschmann
Stanislav Leszczynski   ----   David Kratz
Pile   ----   Katharina Scheffner
Cotice   ----   David Kratz
Giron   ----   Philipp Rosenthal
Enemble-Aufgaben   ----   Sandrine Zenner, Lili Tessmer und andere
 
Das Projekt wird finanziert vom Ministerium für Kultur und National Erbe der Republik Polen.
Die Inszenierung ist entstanden durch die Koproduktion der Fördervereins Itegra - Stettin und des "Teatr Studio am Salzufer".
Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft von "TVP Szeczecin" und "Gazeta Wyborcza".
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Pfannkuchen, Schweine, Heiligenscheine Neueste-Aktuelle Produktion

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Die Studentinnen der Transform Schauspielschule: Anne Wolf und Nadine Rey in "Pfannkuchen, Schweine, Heiligenscheine" Foto: Stefan Dybowski aus den Archiven des Teatr Studio am Salzufer.

 

„Eine satirisch-musikalisch - kabarettistische Collage“ - Über die Inszenierung

„Pfannkuchen, Schweine, Heiligenscheine“ ist eine satirisch-musikalisch - kabarettistische Collage nach dem Miniroman und andere Texte von Brigida Helbig-Mischewski. Das Szenar ist Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Regisseurin und Autorin.

Es sollte nicht nur Satire für polnisches Emigrationsmilieu in Deutschland sein, sondern auch eine Satire auf die gegenseitige Wahrnehmung der Deutschen und Polen darstellen. Es sollte eine bittere humanistische Dekonstruktion nationalen Emigrationsmythen und nationaler Stereotypen zeigen. Es sollte Paradoxe in der Kommunikation zwischen Deutschen und Polen widerspiegeln, gegenseitige Vorurteile und mentale Barrieren zeigen, die zu grotesken Situationen führen. Als Hintergrund figurieren dabei ein noch vorhandenes aber gleichzeitig sich veränderndes zweigeteiltes Deutschland und auch einige in beide Länder, Polen und Deutschland einschneidende Züge der Unionsrealität. Es gibt eine niederschmetternde Autoironie und Ironie, die keine von beiden Seiten, also niemanden schont.  

Die Autorin Brigida Helbig-Mischewski wird durch zwei Schauspielerinnen dargestellt. Zuerst erscheint sie als Spiritus Movens der ganzen Geschichte, als weiblicher Prospero, ursprünglicher Kreator- Regisseur- Ideengeber. Die innere und äußere Action entsteht auf der Bühne aus ihrer Dichtung, Projektionen, Erinnerungen- Reflexionen. Sie kreiert auch auf der Bühne ihr eigenes Alter Ego, einen literarischen Doppelgänger , sich selbst als literarische Figur : Gisela Stopa. Die beide szenische Personen wandern durch die Vorstellung in einer Symbiose, wie zwei syjamäsische Zwillinge, wie ein sich ergänzendes, inspirierendes Organismus. Die beide wandern als eine unkonventionelle, ehrgeizige , lebendige junge Polin durch einen Haufen von absurden Situationen. Insofern knüpft das Spektakel an die Ästhetik des absurden Theaters an, indem es eine groteske Metapher darstellt und konkretisiert .

Einer von wichtigsten Motiven der Vorstellung sind neben nationalen und sexuellen Identität : Emigration als Trauma und gleichzeitig Chance der individuellen Entwicklung und die Spezifik Berlins als multikulturelle Stadt.

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Die Studenten der Transform Schauspielschule: Patrick Hagendorf, Ipek Özgen, Katharina Scheffner und Nadine Rey in "Pfannkuchen, Schweine, Heiligenscheine" Foto: Stefan Dybowski aus den Archiven des Teatr Studio am Salzufer.

Über die Autorin Brigida Helbig-Mischewski

Brigida Helbig-Mischewski wurde im Jahre 2012 zum NIKE Preis (wichtigste literarische Preis in Polen) nominiert und ist Professorin für polnische Literatur an der Humboldt Universität und Professorin für in Słubice.

Sie wohnt seit Jahren in Berlin und kennt ausgezeichnet heutige deutsch-polnische Verhältnisse auf der politischen, sozialen und gewöhnlichen tagtäglichen, menschlichen Ebene. Sie arbeitete auch für das Feuilleton des „Radio Multikulti“ (Radio Berlin-Brandenburg/RBB).

In ihren Werken beschäftigt sie sich mit den Themen der deutschen und polnischen Kultur und ihren gegenseitigen Relationen, Stereotypen, Vorurteilen und Einflüssen. Ihre Figuren leben in der Welt dieser zweier Mentalitäten, die sich wechselseitig den kritischen spiegel zeigen, sich manchmal bekämpfen, manchmal ergänzen. Sie versucht einen Blick aus der historischen Distanz auf die beiden Kulturen zu schaffen.

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Die Studenten der Transform Schauspielschule: Tomas Heise-Munoz und Nadine Rey in "Pfannkuchen, Schweine, Heiligenscheine" Foto: Stefan Dybowski aus den Archiven des Teatr Studio am Salzufer.

Über die Regisseurin Janina Szarek

Janina Szarekpolnische und deutsche Schauspielerin, Pädagogin, Regisseurin. Gründerin und Leiterin der deutsch-polnischen Bühne : „Teatr Studio am Salzufer“- wohnt seit 33 Jahren in Berlin und gehört zur Emigration der in Berlin lebenden polnischen Künstler. Studium der Polonistik und Theaterwissenschaft an der Jagiellonen Universität in Krakau und Schauspielstudium an der Theaterhochschule in Krakau . Doktor der Theaterkünste an der Theaterhochschule (Akademia Teatralna) in Warschau. Zur  Zeit im Professurverfahren an der Akademie. Mitgründerin der mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichneten Krakauer „STU Theaters“. Zahlreiche Tourneen. Nach dem Schauspielstudium Engagement am „Teatr Polski“ und „Teatr Współczesny „ Wrocław (Breslau) . Zahlreiche Hauptrollen im Theater und Fernsehen. Zusammenarbeit mit den größten polnischen Regisseuren wie : Krystian Lupa (Hauptpreis der „Theater der Nationen“ im „Theatre de L’Odeon" - Paris 2002, der „Europäische Theaterpreis“- 2009), Jerzy Grzegorzewski, Henryk Toma - szewski. Preise der polnischen Theaterkritik.

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Die Studentinnen der Transform Schauspielschule: Nadine Rey und Ipek Özgen in "Pfannkuchen, Schweine, Heiligenscheine" Foto: Stefan Dybowski aus den Archiven des Teatr Studio am Salzufer.

 

Seit 1981 tätig in Berlin-West. Arbeit als Pädagogin und Regisseurin im eigenen Schauspielstudio. Mitgründerin des „Teatr Kreatur“ von A. Woron. Rollen an der Berliner Volksbühne und im deutschen Film und Fernsehen. Theaterarbeit in London. Gastdozentin an der „Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, der „ Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf“ und an der „Freien Universität Berlin“ – Theaterwissenschaft. Gründerin der Internationalen Theater Werkstatt (ITW) Berlin. Intendantin des „Teatr Studio am Salzufer“ und von „Scena Plus“ in Stettin. Zahlreiche Regiearbeiten : u.a. Akademie der Künste, Ballhaus Neukölln, Teatr Studio am Salzufer. Vorgeschlagen für einen Preis für Kultur und Integration.

 

GALERIE - PFANNKUCHEN, SCHWEINE, HEILIGENSCHEINE

 

TEATR STUDIO am SALZUFER - TADEUSZ ROZEWICZ BÜHNE BERLIN

mit  „PFANNKUCHEN, SCHWEINE, HEILIGENSCHEINE“   -

eine literarisch – musikalisch – kabarettistische Collage

nach Texten von Brigida Helbig – Mischewski

Regie/Inszenierung  -  Janina Szarek

Bühnenbild/Plakat - Andre Putzmann

Licht                        - Bartek Kaczalski

 

Es spielen die Studenten der Transform Schauspielschule Berlin:

Anne Wolf, Nadine Rey, Patrick Hagendorf, Katharina Scheffner, Tomas Heise-Munoz und Ipek Özgen.

 

Das Projekt wird finanziert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit   (SdpZ)

Logo BKMfwpnLOGOkleinTeatr Wspolczesny LogoTadeusz Rozewicz Bhne Logo

Die Kartenvorbestellung unter :

030/ 324 23 41, h.: 0177 675 63 95 und : Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 
 
  

Galerie unserer Projekte

Die Projekte der Schauspielschule werden hier in einer Bilderauswahl vorgestellt. Es eignet sich dafür, sich einen Überblick über unsere Projekte zu verschaffen. Nähere Informationen zu den einzelnen Projekten können Sie über das Menü erreichen.

Fünf im gleichen Kleid

"Five Women Wearing the same Dress" von Alan Ball

Fünf im gleichem KleidRegie: Stephan Baumecker
Besetzung:
Karolina Gerech
Vera Bunk
Susàna Abdulmajid
Bianca Ierullo
Stefanie Antonia Wermeling
Max Multhaup
Lichtinstallation: Henning Streck
Licht: Emmanuel Bernhardt
Ton: Lisa Olszewski

Die Mutter

Logo - Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit - Warschau
Finanzielle Unterstützung: Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit - Warschau.
Kooperation: Teatr Ludowy - Krakau.
"Die Mutter" von Stanislaw Ignacy Witkiewicz (Witkacy)


Die Mutter - Janina Szarek

Regie und Titelrolle: Janina Szarek
Co-Regie: Dzidek Starczynowski
Dramaturgie: Janina Szarek & Prof. Dr. Olav Münzberg
Bühnenbild/Kostüme/Plakat: André Putzmann
Musik: Robert Kanaan
Choreographie: Dzidek Starczynowski

Die Mutter - Anastasia Startchak und Markus BreitenhuberBesetzung:
Mutter/Person: Janina Szarek
Leon: Markus Breitenhuber
Zofia Pleitus: Anastasia Startchak
Dorota: Susána Abdul Majid
Joachim Kalbski: Ilja Sorokin
Apolinary Pleitus: Deniz Ekinci
Lucyna Beer: Christine Burgartz
Wojciech de Demuthski-Blasewitz: Matthias Tywuschik
Licht: Max Multhaup
Ton: Bianca Ierullo
Regie-Assistenz: Bianca Ierullo

Stanislaw Ignacy Witkiewicz (Witkacy) ist die ungewöhnlichste, am meisten vielseitige künstlerische Persönlichkeit Polens der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die politischen, sozialen und ästhetischen Anschauungen seiner Romane, Dramen und seiner Philosophie sagten den Alptraum totalitärer Systeme voraus, die Europa nach 1930 erfassten. Sie enthalten auch Definitionen von Prozessen der heutigen europäischen Realität.
Das im Jahr 1924 entstandene Stück „Die Mutter“ gehört zu den besten des Autors. Er wurde in Rom, Paris, München und Stockholm inszeniert und wird bis heute zur europäischen Avantgarde gezählt. Der Autor zeigt die Entindividualisierungund Enthumanisierung des Einzelnen und der ihn umgebenden Gesellschaft. Witkacy schlägt Ideologien und herrschende Modelle des Denkens und Empfindens und deren totale Dehumanisierung nieder. Und: das Stück stellt traditionelle theatralische und dramatische Formen in Frage.

Die Mutter - Janina Szarek
Die Mutter: Janina Szarek


Sein Theater hat besonders visuellen Charakter. Die Bilder, die er schafft, sind äußerst mobil, sie bleiben in ständiger Bewegung. Witkacy vergrößert und verkleinert auf groteske Weise seine Figuren, zeigt Ängste, Phobien, Leidenschaften und ihre Bestrebungen im Kontext der existentiellen Falle einer Gesellschaft von Verwandlung und Zerfall. Durch die Verbindung starker Gegensätze und Widersprüche schafft er eine überraschende Collage von Tönen und Gattungen, ein hervorragendes Beispiel tragikomischer Groteske.
Die Kunst Witkacys – vielfältig, kompliziert und ungewöhnlich – überschreitet die Grenzen ihrer Zeit und ihres Ortes. Sie spricht sehr direkt die Sensibilität des gegenwärtigen Menschen an. Witkacys persönliche Stilistik – geprägt von starker Individualität, aber gleichzeitig universell – bringt die Hauptprobleme und Hauptunruhe der modernen, heutigen europäischen und außereuropäischen Zivilisation zum Ausdruck.
In der geplanten Berliner Inszenierung möchten wir die interpretatorischen Akzente auf die Darstellung des Prozesses der Entstehung totalitärer Systeme und auf Witkacys Vision einer Ameisengesellschaft legen, wo es keinen Platz mehr für menschliche Gefühle gibt und wo das menschliche Individuum nur zu einem funktionierenden Teil der anonymen Masse wird. Wir sehen in Witkacy einen Visionär, der versucht, uns vor der Zerbrechlichkeit gegenwärtiger gesellschaftlicher Strukturen und vor dem Totalitarismus zu warnen.

Die Mutter - Janina Szarek
Die Mutter: Janina Szarek


Logo - Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit - Warschau
ACHTUNG!
Die Arbeitspremiere des Stückes fand am Donnerstag, 30. Juni 2011, 20 Uhr nur eingeladene Gäste statt, weitere Termine folgen nach den Sommerferien im September und Oktober 2011.

 

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